Barbara Fuchs, künstlerische Leitung

„Zentrales Interesse unserer Arbeit ist es, Theater als synästhetischen Raum zu erforschen und erfahrbar zu machen.“

Die Choreografin und Performerin Barbara Fuchs gründete 2003 in Köln das Label tanzfuchs PRODUKTION. In enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten Jörg Ritzenhoff entstehen installative Arbeiten und Bühnenperformances, bei denen die Verschränkung von Bewegung, elektroakustischer Komposition und Raumkonzeption im Zentrum steht. Bislang hat tanzfuchs PRODUKTION 19 Solo- und Ensembleproduktionen sowie neun Stücke für junges Publikum kreiert, die international touren, u. a. in Großbritannien, Irland, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Litauen, Polen, Russland und Japan. Barbara Fuchs wurde u. a. an der Folkwang Universität der Künste in Essen und bei James Saunders ausgebildet und tanzte z.B. im Ensemble von Paulo Ribeiro in Portugal. 

Außerdem wurde sie in den vergangenen Jahren eingeladen gemeinsam mit Jörg Ritzenhoff, Produktionen für die Allerkleinsten für die Comedia Köln (Raus aus dem Haus & Max will immer küssen), das Staatstheater Stuttgart (Frierschlotterschwitz) und das tjg Dresden (BOING!) zu kreieren.

2006 gründete sie zusammen mit Ilona Pászthy, Suna Göncü, Gerda König und Dyane Neiman das Choreografen-Netzwerk BARNES CROSSING.

Bereits zum 2. Mal erhält sie die 3-jährige Projektförderung der Stadt Köln.

Ihre Arbeiten wurden mehrfach nominiert und ausgezeichnet: Kölner Tanztheater Preis, Einladung zur tanzstrasse, Bienaletanz nrw 09+ 11,  1. Preis und Publikumspreis des Szolo Duo Festival in Budapest, Nominierung Theaterzwang) und zu Festivals ins In- und Ausland eingeladen. Seit 2009 produziert sie auch Tanzstücke für die allerkleinsten – wie z.B.  2010 „Kopffüßler – eine Tanzperformance für Kinder von 0 bis 4 Jahren“ eine Gemeinschaftsproduktion mit dem tanzhaus nrw, Düsseldorf (Einladung zum Krokus Festival, Belgien, Festival WestWind – Theatertreffen NRW 2011, Duette Biennale Nürnberg ...)

Die aktuelle Produktion für Kinder ab 3 Jahren, Pffhhh... - Ein GummiSchlauchspiel, ist zu SPIELARTEN 2017 eingeladen.

„Eine Tanz-Trilogie über Gefühle – manche würden bei dieser Aufgabenstellung dramatisch in die Vollen gehen. Nimmt sich die Kölner Choreografin Barbara Fuchs dem effektvollen Affektethema an, wird eher ein Anti-Hysterie-Projekt daraus. Mit akademischer Abgeklärtheit analysiert sie die körperlichen Reaktionen von Scham und Wollust. Sie schält in genießerisch-langsamen Metamorphosen unter den Zivilisationsschichten die wütend jaulende Bestie in uns hervor und inszeniert das menschliche Nervensystem als Tanz-Bewegungs- Installation mit einem Geflecht aus tanzenden Kabeln, an deren Enden immerzu fiepende, zwitschernde und summende Lautsprecher hängen – ein neuronales Netzwerk, das niemals zur Ruhe kommt. Tanz ist für sie auch ein akustischer Vorgang, und im Kölner Komponisten Jörg Ritzenhoff hat sie für diesen Ansatz einen kongenialen Partner gefunden. Gemeinsam „verwanzen“ sie den Körper oder arrangieren erschreckte Luftschnapper ihrer Tänzerinnen und Tänzer zum Hechel-Seufz-Choral. Fuchs‘ Arbeiten zeichnet eine widerständige Coolness aus. Sie sind formal-streng – und trotzdem immer witzig. Überregional bekannt wurde sie in den letzten Jahren zudem als Trendsetterin: Sie entdeckte die Marktlücke „Tanz für die Allerkleinsten“, also für Kinder unter drei Jahren. Das gab es in Belgien oder den Niederlanden, nicht aber in Deutschland. Heute buchen in- wie ausländische Theater begeistert Produktionen mit so schönen Titeln wie Kopffüßler oder Mampf. Performances über den kindlich-skrupellosen Forscherdrang – die Choreografin Barbara Fuchs hat ihn sich erhalten.“

Portrait von Nicole Strecker für die Tanzplattform Deutschland 2016